Frauen auf dem Weg an die Spitze

Frauen auf dem Weg an die Spitze

Worauf es heute im Job wirklich ankommtEin Beitrag anlässlich des Weltfrauentags 2020

Seit dem Jahr 2016 regelt in Deutschland eine gesetzliche Quote das Geschlechterverhältnis in Aufsichtsräten. Natürlich kann man diskutieren, ob diese sinnvoll oder nicht gar ein Schritt in Richtung Ungleichberechtigung ist, aber das soll hier nicht vertieft werden. Fakt ist, dass die Karriere von Frauen oft im mittleren Management stehen bleibt. Schaut man sich dabei die Führungsstile von Frauen und Männern in Toppositionen an, stellen viele Studien sogar fest, dass sich die Geschlechter in Hinblick auf Dominanz und Durchsetzungsvermögen gar nicht groß unterscheiden. Wir müssen also davon ausgehen, dass eventuelle – und längst überholte – Vorbehalte gegenüber Frauen in Führungspositionen diese auf dem Weg nach oben ausbremsen. Es gibt natürlich Tendenzen im Sozialverhalten, die eher als weiblich oder männlich eingestuft werden können. In keinem Fall sind diese aber statisch und allein auf das biologische Geschlecht zurückzuführen.

Ein Blick hinter die Kulissen

An solchen Tendenzen orientieren sich Studien, wenn sie Unterschiede im Arbeits- und vor allem Führungsstil von Frauen und Männern herausarbeiten. Männer, so heißt es landläufig, sind sicherer im Auftreten, Präsentieren und Performen. Der Bereich, in dem Frauen durchschnittlich am überzeugendsten sind, ist der Bereich Sozialkompetenz – und der hat es in sich. Dazu rechnet man beispielsweise die Fähigkeit, Sachverhalte erklären zu können, Gefühle anderer wahrzunehmen und darauf zu reagieren, aber auch Kritik anzunehmen und Probleme lösungsorientiert anzupacken. Frauen wird vor allem eine höhere Empathiefähigkeit attestiert als Männern. Das heißt, sie sind besser darin, sich in andere Menschen hineinzuversetzen und deren Sichtweisen nachzuvollziehen. Sie können Informationen so empfängergerecht vermitteln, heiklere Situationen reflektiert betrachten und diplomatisch zum Vorteil aller Parteien argumentieren. Ein Führungsstil, der auf Konsens aus ist, hilft letztlich Konflikte zu reduzieren.

Eine Frage der Überzeugung

Die Plattform für Mitarbeiterbefragung Peakon hat Studien durchgeführt, denen zufolge es Frauen in Führungspositionen besser gelingt, ihre Belegschaft zu motivieren. Durch durchschnittlich bessere Startvoraussetzungen in puncto Sozialkompetenz und Kommunikation vermitteln Frauen ihren Angestellten erfolgreich die Unternehmensstrategie und die damit verbundene Mission des Einzelnen. Den Mitarbeitern fällt es so leichter, an das Produkt zu glauben sowie sich mit dem Unternehmen und seinen Werten zu identifizieren. Dies hat ein höheres Engagement zur Folge. Das bleibt in der Bilanz natürlich nicht unbemerkt. Forschungsinstitute wie McKinsey zeigen, dass Großkonzerne mit einem hohen Frauenanteil in der Führungsriege oft 50 Prozent höhere Gewinne erwirtschaften als vergleichbare Unternehmen. Gerade ein ergänzendes Management aus Frauen und Männern, wo jeder seine Stärken einbringt, kann effektive Synergien hervorbringen. Diversity rules!

Das all-round Talent

Aber auch jenseits der großen DAX-Unternehmen ist Kommunikation das A und O. Gerade in Branchen mit direktem Kundenkontakt ist es unverzichtbar Kommunikationsexperte zu sein, also zuzuhören, versteckte Botschaften zu entschlüsseln, sich in unser Gegenüber hineinzuversetzen und auch gegebenenfalls das eigene Ego zurückzustellen. Was also ein Vorteil bei der Mitarbeiterführung ist, ist auch goldwert beim Gespräch mit dem Kunden – ganz egal ob bei Geschäftsmeetings, am Telefon oder beim Verkaufsgespräch auf der Warenfläche. Nur wenn wir die Bedürfnisse der Kundschaft einzuschätzen wissen, können wir sie richtig beraten.

Generation K

Gerade in der heutigen Zeit ist es wichtig teamfähig zu sein, da wir vermehrt mit verschiedenen Menschen im ständigen Wechsel zusammenarbeiten, da besonders projektbezogenes Arbeiten zunimmt. Kommunikation wird für die künftigen Generationen eine immer größere Rolle spielen. Frauen haben dabei einfach die Nase vorn. Es gibt natürlich auch Männer, die nicht nur mit der Keule kommunizieren. Anstatt aber immer nur Gründe aufzuzählen, wegen denen Frauen auf der Karriereleiter stehenbleiben, sollte man auch mal laut sagen dürfen, was Frauen – tendenziell – einfach besser können. Also sagt und zeigt der Welt, was ihr drauf habt!

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